Folgendes habe ich vor ein paar Tagen ca. 5Uhr des Nachts, in einem Moment der Erkenntnis geschrieben (ich hatte die Existenz dieses Posts am nächsten Morgen wieder vergessen und veröffentlicht hab ich ihn auf Grund des Alkoholpegels wohl auch nicht, aber das wird jetzt nachgeholt):
Hin und wieder erlebe ich so Augenblicke, in denen mir alles was ich besitze, alles was ich erreicht habe und noch erreichen werde einfach unfair vorkommt.
Augenblicke in denen ich merke wie schön wir uns diese Welt reden (lassen), die doch eingendlich voller Ungerechtigkeit ist.
So ein Moment war heute Nacht:
Ich geh, nach einem schönen Konzert zum Bus um nach Hause zu fahren und mich in mein warmes, gemütliches Bett zu legen. Auf dem Weg sehe ich einen Obdachlosen, alles was er besitzt ist ein Fahrrad und eine Tüte mit ein paar Sachen darin. Der Mann läuft vor mir, wir sind die einzigen Menschen auf der Straße in dieser kalten Nacht. Bis er plötzlich abbiegt. Da steht ein verfallenes Häuschen am Straßenrand. Ohne Fenster, ohne Tür die man abschließen könnte.
Der Mann stellt sein Fahrrad routinemäßig an der Hauswand ab, nimmt seine Tüte und geht in dieses Haus hinein. Alleine.
Und ich? Ich steh nur so da, komme mir scheiße vor.
Ich zögere kurz, überlege ob ich hinterher gehen soll, tus dann doch nicht.
Statt dessen gehe ich zum Bus und fahre nach Hause, während ich denke dass es doch extrem krank ist, ja fast schon ironisch, wenn man sich überlegt, dass während ich angetrunken zu hipper Musik tanze, reihenweise Menschen sterben. An Hunger. Kinder nicht ernährt werden können. Frauen sich prostituieren müssen. Und was tun wir? Wir leben in unserer Scheinwelt, trinken, tanzen, freuen uns wie gut es uns geht.
Das ist doch abartig!
Montag, 31. Mai 2010
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